Bewusstseinskongress Heiligenfeld

Bewusstsein, Bewusstheit, bewusstes Sein

Anfang Juni, vom 06. bis 09. Juni 2013, hat es mich ins frühsommerlich-malerische Bad Kissingen gezogen – nein, nicht um dem verregneten Norden zu entfliehen, sondern um an einem Kongress zum Thema „Bewusstsein“ im weitesten Sinne teilzunehmen. Was zieht jemanden zu solch einem Kongress? Tja, passt ja irgendwie schon zu meinen Themen bzw. Berufen Yoga, Psychotherapie & Coaching, Ernährungsberatung. Da kann man bestimmt einiges dazulernen. Aber ist das alles? Ging es mir wirklich nur ums Lernen von Neuem, als ich meine Eintrittskarte für den Kongress gebucht habe? Irgendwie ging und geht es mir um mehr, z.T. ist es gar nicht in Worte zu fassen. Auf alle Fälle wollte ich auch sehen, was das für Menschen sind, die zu einem derartigen Kongress kommen. Wer beschäftigt sich heutzutage mit einem solchen Thema, wo doch alles immer schneller und effizienter ablaufen soll und die Zahl der körperlich wie emotional erschöpften Menschen kontinuierlich steigt.

Ja, da ist dieses Gefühl, dieses Bewusstsein, dafür, dass die Gesellschaft wohlmöglich an einem Wendepunkt angelangt ist und langsam begreift, dass ein „Nochmehr“ an Schnelligkeit und Effizienz nicht mehr machbar ist – zumindest nicht mit dem Menschen als entscheidendem Systemelement. Und wohlmöglich bedarf es einer ernsten Krise, damit eine Neuordnung möglich wird, damit viele die Erkenntnis erlangen „So geht´s nicht mehr“. Krisen werden meisten negativ gesehen, beinhalten aber immer auch die Chance, dass etwas Neues entsteht. Auch dies sollte man sehen. Und wohlmöglich stecken wir als Gesellschaft schon längst drin in diesem Prozess einer Krise und Veränderung. Wo geht die Reise hin… Was geschieht? Wer sich ernsthaft und ausführlich diesen Fragen widmet, der kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem klar wird, dass Stabilität und Beständigkeit im Leben eine Illusion ist. Tatsächlich ist es sogar so, dass Leben einerseits und Beständigkeit andererseits sich gegenseitig ausschließen. Alles Starre ist nicht  lebendig.

Und so ging ich nach dem ersten Vortragsabend noch mit einem etwas diffusen „Hm.“ aus der Veranstaltung der Heiligenfeld Akademie. Dieses „Hm.“ steigerte sich im Laufe der Tage in ein beinahe sprachloses „Wow.“ Ich merkte, dass sich hier Menschen versammelt haben, die sich sehr ernsthaft mit der Weiterentwicklung der Menschheit befassen. Und das waren keine 10 oder 20 Personen, sondern über 1000. Jetzt könnt man denken: „Och ja, 1000 Hippies, barfuß, Blumenkränzchen, Singsang etc. Nettes Abhängen an der fränkischen Saale.“ Nein, bei weitem nicht. Die Vorträge waren ausnahmslos von großer Tiefe. Wissen aus den Bereichen Psychologie, Philosophie, Medizin, Physik wurde verknüpft zu einer Erfahrung jenseits des Lernbaren. Jeder Referent zeigte Spiritualität auf seine Weise, ohne esoterisch abzudriften, sondern immer mit dem Ziel die Qualität des Menschseins in den Mittelpunkt zu führen. Was ist Bewusstsein und Ich-Bewusstheit, was bedeutet das, was in mein Bewusstsein rückt, für mein Leben und was macht das Leben eigentlich aus…

Neben dem Vortrag von Prof. Dr. Claus Eurich und von Prof. Dr. Rolf Verres war mein Highlight der Vortrag des 83 Jahre alten Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Duerr. Der Quantenphysiker ist im Laufe seiner Forschungsarbeit zur Erkenntnis gelangt, dass es keine Materie gibt und dass das, was wir als Leben bezeichnen, um Grunde das ist, was zwischen den Atomen passiert. Diese Schwingung, diese Bewegung – das ist Leben. Und so endete für mich der Kongress mit der Erkenntnis, dass das Entdecken der Bewusstheit und des Bewusstseins ein wunderbarer Erkenntnisweg des einzelnen Menschen und der gesamten Menschheit sein kann. Und möglicherweise führt diese Erkenntnis zu etwas, das jenseits aller Worte liegt und das ich heute weder als Erkenntnis noch als Wissen bezeichnen mag. Denn es ist mehr.

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