Tschakka – oder was?!

Dass Team-Motivation in der heutigen Wirtschaftswelt immer groteskere Formen annimmt, ist nicht unbekannt. „Teambuilding to go“, „Wir teamen“, „Das Teampotential wecken“ – wie heißen sie nicht alle, die Slogans, die vermitteln sollen, dass das Management sich um die Arbeitsteams kümmert, um einerseits ein allseitiges Glücksgefühl im Unternehmen zu initiieren und andererseits größtmögliche Effizienz und Leistungssteigerung herbeizuführen. Gunter Dueck bringt es in seiner Januar-Kolumne DD232 auf den Punkt:

Tschakka! Grundlose Begeisterung ist Pflicht!

Dabei geht es oft nur um eines, was Herr Dueck explizit zum Ausdruck bringt: „…Es gilt, für die Firma da zu sein, erst dann für die Abteilung, zum Schluss für sich selbst! Die Firma ist alles. Für sie ist keine Extrameile zu wenig und kein ehrgeiziges Ziel zu hoch gesteckt!…“ Wahre Wertschätzung für den Mitarbeiter? Achtsamer Umgang miteinander? Grundlegende Menschlichkeit, die nicht in neudeutsche bzw. „denglische“ Modewörter verpackt werden muss? Weit gefehlt vielerorts. Dabei kann es so simpel sein, wenn man sich wirklich von Herzen und mit dem notwendigen Ernst darauf einlässt. Und hier ist jeder gefragt – es ist vollkommen egal, ob Sie ein einfacher Angestellter, ein leitender Angestellter, ein Unternehmensinhaber etc. sind. Denn was zählt wirklich? Wer sind Sie – ja, Sie! – wirklich? Sie sind in erster Linie Mensch. Und mit gesunder Menschlichkeit und dem Bewusstsein dafür, dass Ihr Gegenüber auch „nur“ ein Mensch ist, ist schon verdammt viel gewonnen. Es ist einen Versuch wert, sich einmal einen Tag lang immer wieder vor Augen zu führen „Hey, ich bin nur ein Mensch und mein Gegenüber ist es auch – in aller Menschlichkeit und Fehlbarkeit.“ Aufrichtige Beziehungen von Mensch zu Mensch, so wie der Psychologe und Psychotherapeut Carl Rogers es beschrieben hat, sind der Schlüssel zu einem sinnhaften und tragenden Miteinander in allen Situationen und Lebensbereichen. Dies gilt meines Erachtens eben auch und gerade für die Wirtschaftswelt – sofern sie denn zukunftsorientiert ausgerichtet ist.