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Wer heute Frau XYZ erlebt, nimmt sie als lebenszugewandte, aktive, glückliche Frau wahr. Das war vor zwei Jahren noch anders. Zu der Zeit trug sie 40 kg mehr mit sich durch ihr Leben, das alles andere als ausbalanciert war. Vor zwei Jahren war Frau XYZ frustriert in mehreren Lebensbereichen. Sie lebte alleine, ging ohne Lust ihrem Beruf nach und verkroch sich nach Feierabend meistens, um in ihren eigenen vier Wänden die innerliche Leere mit Essen zu füllen.

Irgendwann kam der Moment: So sollte es nicht weitergehen. Und dieser Gedanke brachte sie zu mir. Ihr Auftrag war schnell umrissen. Sie hatte das Ziel – wieder – abzunehmen. Aber dieses Mal bitte endlich dauerhaft. Zuvor hatte sie bereits einmal mit Weight Watchers eine Gewichtsreduktion hinbekommen: der klassische Weg, Fokus auf die Ernährung, Punkte zählen, bestimmte Lebensmittel reduziert verzehren. Unweigerlich nimmt man auf diese Weise ab, wenn man konsequent dabei bleibt.

Aber leider reicht der Fokus auf die Ernährung nicht. Das musste Frau XYZ am eigenen Leib erfahren. In ihrer Weight Watchers-Phase lernte sie nicht, auf die Frustrationen in ihrem Leben zu schauen. Als sich ein sehr großer Frustmoment in ihrem Leben ausbreitete, kam es unweigerlich dazu, dass die zuvor gepurzelten Pfunde zurückkehrten – und dies auch noch massiver als zuvor.

Umgang mit Frustrationen

Dies wurde ihr erst so richtig bewusst, als wir mit unserer Arbeit starteten. Frau XYZ ist sehr intelligent, Ernährungsaufklärung war nicht erforderlich. Sie wusste sehr genau, was ihr nicht gut tat und dazu führte, dass sie runder und runder wurde. Doch wusste sie nicht, wie sie dieses übermäßige Essen stoppen sollte. Und sie wusste nicht, wie sie mit ihren Frustrationen umgehen sollte. Wir begannen also über Monate erst einmal auf den beruflichen Frust zu schauen und die Ernährung nur als Nebenschauplatz zu betrachten. Es galt Lösungen zu finden, damit sich das Unwohlsein im Arbeitsalltag reduzieren konnte.

Diese Lösungen ließen sich finden. Das Formulieren der Lösungen und das anschließende Umsetzen führten ihr in diesem Lebensbereich vor Augen, dass es möglich ist, nachhaltig Ziele zu erreichen, und dass es essentiell wichtig ist, sehr klar im Formulieren der Ziele zu sein.

Ein Ziel formulieren

Und so machte sie sich nach einem Jahr innerer Arbeit daran, ihr persönliches Ziel anzupacken und ein für sie passendes Gewichtsziel zu formulieren. Und nicht nur das! Sie war so schlau und ließ sich darauf ein, an das Gewichtsziel auch ein Datumsziel zu knüpfen. Sehr klar und realistisch stand für Frau XYZ fest an welchem Tag sie wieviel wiegen wollte.

Ja, was soll ich sagen? Die Pfunde finden an zu purzeln. Eine echte Diät verfolgte sie dabei nicht, das Glas Wein am Abend verbot sie sich nicht. Und tatsächlich legte sie beinahe eine Punktlandung ist. Wenn ich mich recht erinnere, fehlten lediglich 200 Gramm. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Natürlich war Frau XYZ sehr stolz, 20 kg waren geschafft. Sie merkte, sie hatte teuer gefangen. Als sie wieder bei mir war nach dem Erreichen jenes Zieles meinte sie beinahe wortwörtlich: „Ach, man könne ja vielleicht noch ein bisschen was abnehmen. Ich guck mal… ganz entspannt noch ein paar Kilos“ Sie setzte sich wieder eine Frist, wurde ansonsten allerdings nicht konkret und genau in der Formulierung. Und was passierte?

40 kg weniger!

Man kann es ahnen: Nichts passierte. Ihr Gewicht stagnierte. Teilweise nahm sie sogar wieder etwas zu. Hoppla. Da verstand sie, wie wichtig die Klarheit in der Zielformulierung ist und sie probierte es erneut: Sie setzte sich ein realistisches, klar definiertes und messbares Ziel. Und wieder klappte die Gewichtsreduktion. Ein weiterer Etappensieg! Schließlich machte sie sich ein letztes Mal an eine Zielformulierung, sodass sie bis zum Sommer 2018 innerhalb von 12 Monaten 40 kg abgenommen hatte.

So verrückt und simpel es ist, so erstklassig funktioniert es. Wenn ich im Inneren im übertragenen Sinne alle Ampeln auf „grün“ geschaltet habe, wenn ich also an meinen inneren Themen  – Werten, Einstellungen, Bedürfnissen – gearbeitet habe und klar mit mir selbst bin, dann ist die notwendige Grundlage geschaffen, um um für mich Klarheit im erstrebenswerten Ziel zu bekommen. Habe ich mein Ziel in jeglicher Hinsicht passend für mich skizziert, startet mein Unbewusstes mit seiner Arbeit, dieses Ziel zu realisieren.  Wie wichtig Zielformierungen sind, habe ich an anderer Stelle meiner Arbeit bereits beschrieben (nämlich hier). Dies soll lediglich ein Beispiel der gelebten Umsetzung sein. Es funktioniert.

Wer heute Frau XYZ trifft, erlebt keine magere Frau – aber eine, die zurecht sehr stolz ist auf das, was sie erreicht hat, und die von innen heraus ein zufriedenes „Jetzt ist es stimmig.“ ausstrahlt. Vor zwei Jahres war sie unscheinbar, insgesamt sehr „grau“ und wenig ihrer Selbst bewusst. Nun zeigt sie sich, ihre Ecken und Kanten und tritt mit einem neuen Selbstbewusstsein an die jeweiligen Situationen heran.