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Erfahre hier, wie du Akzeptanz auch in schwierigen Zeiten entwickeln kannst.

Stell dir das mal vor: Was wäre gewesen, wenn vor Weihnachten von einem Tag zum nächsten alle Geschäfte, die Theater, Kinos etc. geschlossen hätten? Jede Weihnachtsfeier wäre „aus dem Nichts“ abgesagt worden – von einem Tag zum nächsten? Viele Menschen wären ausgeflippt, oder?

Akzeptanz in Zeiten von Corona bedeutet auch: Abstand halten

Heute können wir uns dagegen freuen, dass wir keine Ausgangssperre erleben, sondern raus dürfen, in der Sonne spazieren gehen dürfen, so lange wir wollen. In diesen Tagen arrangieren wir uns mit den Gegebenheiten, halten Abstand zu anderen, drängeln nicht mehr. Zumindest schaffen das die meisten von uns. Viele unterstützen sich gegenseitig: „Hey, ich fahre heute zum Einkaufen – brauchst du was?“ Wie oft hast du diese Frage gehört oder ausgesprochen vor Corona-Zeiten?

Annehmen und Akzeptieren – unsere entscheidenden Fähigkeiten

Ja, wir wollen allzu gern alles so haben, wie es für uns richtig erscheint: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt und alles soll passen. Angefangen beim bombastischen Wetter im Urlaub bis hin zum perfekten Job und der optimalen Beziehung.

Dummerweise funktioniert das Leben per se so nicht. Wie bringst du Gott zum Lachen? Mach einen Plan! Unvorhergesehenes ist immer Bestandteil unseres Daseins, Sicherheit gibt es nicht. Und nun erleben wir eine Zeit, in der ein unsichtbares Lebewesen uns im Griff hat.

Wenn du dich jetzt einmal gedanklich umwendest und auf die vergangenen drei Wochen schaust, ist es dann nicht bemerkenswert, wie schnell wir uns doch anpassen konnten? Nahezu wir alle leben gerade ein Leben, das wir uns so nicht ausgesucht haben. Und dennoch machen wir das Beste daraus. Wir sind in der Lage zu akzeptieren. Und das ist aus meiner Sicht derzeit eine zentrale menschliche Fähigkeit.

Akzeptanz heißt auch: Anpassung an die Situation

Nicht-Akzeptanz bedeutet innerer Kampf

 

Die Erkenntnis, dass ein Gegenankämpfen am Ende die Ausgangslage in keinster Weise verändert, ist essentiell in allen Achtsamkeitstrainings. Bisher habe ich als Beispiel immer gern die berühmten Nackenschmerzen nach einem langen Arbeitstag genommen: Ich kann mich natürlich selbst dafür verfluchen, dass ich Schmerzen habe. Schimpfen kann ich ohne Ende, dass ich meine Übungen nicht gemacht habe oder nicht zum Physiotherapeuten gegangen bin.  Aber ändert all das Fluchen und Schimpfen etwas an der Tatsache, dass mein Nacken weh tut? Nein. Das einzige, was passiert ist, dass ich mich selbst erschöpfe mit meinem Verhalten.

Und in Corona-Zeiten kann ich natürlich auch fluchen und schimpfen, dass ich mein Leben nicht so weiterleben kann, wie ich es will. Selbstverständlich kann ich mich auch in Ängste reinsteigern:

  • Muss ich in Kurzarbeit gehen oder werde ich arbeitslos?
  • Bleibe ich gesund? Wie würde mein Körper bei nsteckung reagieren?
  • Ist mein eigenes Unternehmen von Insolvenz bedroht?
  • Was wird mit meinen Eltern oder Großeltern?

Keine Frage: Befürchtungen sind in diesen Tagen normal und menschlich. Ich glaube, davon ist derzeit keiner frei. Wichtig ist, wie du mit deinen Ängsten umgehst. Lässt du dich übermäßig mitreißen? Bist du gefühlt nur noch deine Angst und nichts anderes mehr? Kämpfst du innerlich immer weiter gegen die Situation, die du doch nicht ändern kannst? Verdrängst du unangenehme Gefühle?

Akzeptieren ist der Schlüssel

Du kannst in den Widerstand gehen, fluchen, jammern, kämpfen oder in blinden Aktionmus verfallen. Keine Frage, das machen viele und wahrscheinlich ertappt sich nahezu jeder Mensch dabei, mal genau so zu reagieren. Das ist menschlich. Leider verändert all das Jammern und Fluchen aber nicht die Tatsachen. Die bleiben, wie sie sind. Und deine negative innere Haltung verschlimmert im Grunde alles nur noch.

Entscheidend ist für dich…

…zu erkennen, welche Automatismen bei dir in diesen Momenten ablaufen und wie du grundsätzlich mit den unangenehmen Gefühlen umgehst. Damit ist schon einiges gewonnen, denn du wirst dein eigener Beobachter und gehst damit auf Abstand zu den Dingen.

Und bitte versteh mich nicht falsch: Selbstverständlich darfst du dich sorgen, wütend sein, Kummer ausleben. Ja, lass diese Gefühle zu – vermeide sie nicht. Vermeiden macht alles nur schlimmer. Denn es entsteht ein „rebound effect“. Das bedeutet, dass alles Unterdrückte sich verstärkt. Es geht also darum zu erkennen, was in dir aufkommt an Gefühlen und/oder Gedanken und ob diese hilfreich für dich sind oder nicht. Wenn sie hilfreich sind, dann ist das super und du solltest das auch für dich nutzen. Solltest du aber merken, dass Gefühle und Gedanken eben nicht hilfreich sind, dann ist es umso wichtiger, dass du dich nicht mitreißen lässt von ihnen.

Jeder Akzeptanzprozess vollzieht sich in in Schritten:

  • wahrnehmen der Situation
  • erkennen der dazu gehörigen unangenehmen Gedanken und Gefühle
  • weiterentwickeln der inneren Haltung (Perspektivwechsel)
  • Neuanfang auf der Grundlage der inneren Werte

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Akzeptanz trainieren

Ja, du hast richtig gelesen. Akzeptanz kann man trainieren. Und das musst du sogar, wenn du willst, dass sich deine Fähigkeit entwickelt. Es gibt unterschiedlichste Wege, sich in Akzeptanz zu üben. Oben hast du bereits eine Kurzanleitung bekommen, die auf nahezu jede Situation anwendbar ist. In der Akzeptanz- und Commitment Therapie (ACT), mit der ich u.a. arbeite, gibt es einen Reihe weiterer Techniken. Alle, die meine Impulse abonniert haben, bekommen an dieser Stelle einen Überblick über verschiedene Techniken.

Ganz egal, welchen Weg du für dich wählst: Jetzt ist eine wirklich gute Zeit, um die eigene Akzeptanz zu stärken. Ich wünsche dir auf diesem Weg gute Erkenntnisse!

Schau dir gern auch mein Achtsamkeits-Spezial an, wenn du tiefer ins Thema einsteigen willst.

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